

Mit Sorge betrachten die Verantwortlichen von Stadt, Landkreis und Bundesagentur für Arbeit (BA) diesen Strom motivierter Nachwuchskräfte, dem derzeit nicht mit einem ausreichenden Angebot an Studien- und Ausbildungsplätzen begegnet werden kann. Entsprechend richten Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende, Landrat Klaus Wiswe und Arbeitsagenturleiterin Corinna Feltz-von Einem einen Appell an alle Ausbildungsbetriebe der Region. Ihr Credo: Geben Sie jungen Menschen eine Chance! Stellen Sie ihnen mehr Ausbildungsplätze zur Verfügung!
„Der doppelte Abiturjahrgang, das Aussetzen der Wehrpflicht, all` das wirkt sich auf die Situation auf dem Arbeitsmarkt aus“, so OB Mende. Da sich nicht jeder Abiturient, nicht jede Abiturientin für ein Studium entscheiden wird, befürchtet er einen Verdrängungswettbewerb zu Lasten der Real- und Hauptschüler. Die Stadtverwaltung selbst geht mit gutem Beispiel voran. „Ich habe dafür gesorgt, dass wir im kommenden Jahr zwei zusätzliche Plätze für eine Bachelorausbildung bereitstellen“, erklärt Mende und fordert gleichzeitig andere auf, dem gleichzutun. „Nutzen Sie die ausgeprägte Medienkompetenz der kommenden Generationen für Veränderungsprozesse in Ihren Unternehmen!“ Vielleicht ist es ja auch die letzte Möglichkeit, sich qualifizierten Nachwuchs zu sichern, da aufgrund des demographischen Wandels bald Fachkräfte fehlen werden?!
„Wir müssen die jungen Menschen in unserer Gesellschaft willkommen heißen und das bedeutet, wir müssen ihnen eine berufliche Orientierung bieten“ betont Landrat Klaus Wiswe und verweist auf vielfältige Ausbildungsplätze beim Landkreis Celle. „Ich weiß, dass sich die Arbeitgeber im Landkreis Celle ihrer sozialen Verantwortung bewusst sind. Deshalb sollte es uns gemeinsam gelingen, auch in dieser besonderen Situation allen jungen Menschen eine Ausbildung zu ermöglichen“, zeigt sich der Landrat optimistisch.
Die Agentur für Arbeit Celle reagiert auf die höhere Zahl von Schulentlassenen mit verstärkter Akquisetätigkeit und erweiterten Beratungsangeboten mit dem Ziel, das berufliche Angebot für junge Leute in der Region noch zu erhöhen. So hat der Arbeitgeberservice Betriebe angeschrieben, um auf die besondere Situation hinzuweisen. Auch in vielen telefonischen und persönlichen Beratungsgesprächen wurden Personalverantwortliche sensibilisiert. Im Rahmen von Wirtschaftsforen, Unternehmertreffen und Personalleiterrunden wurden die Auswirkungen des doppelten Abi-Jahrgangs kommuniziert. „Mit Erfolg“, freut sich Arbeitsagenturleiterin Feltz-von Einem. „Im unserem Bezirk konnten im Vergleich zum Vorjahr bereits mehr als 80 zusätzliche Ausbildungsstellen insbesondere für Abiturienten eingeworben werden.“ Dabei setzt sie neben den klassischen Angeboten wie Berufsberatung in Schulen, persönlichen Gesprächen in der BA oder die Angebote des Berufsinformationszentrums auf neue Formen des Zusammenführens von Angebot und Nachfrage. Feltz-von Einem: „Das im Oktober von uns erstmals veranstaltete Ausbildungsplatz-Speed-Dating im Schulzentrum Wathlingen hat unsere Erwartungen getoppt. Wir werden dieses überzeugende Konzept im Februar mit anderen Schulen des Landkreises fortsetzen“.
Quelle: Pressestelle Celle | Artikel vom 16.12.2010